0. Einleitung
Inmitten des Barnim, halben Wegs zwischen Berlin und Eberswalde, liegt das Städtchen Werneuchen. Ich sage Städtchen, um dem Lokalpatriotismus einzelner seiner Bewohner nicht zu nahe zu treten, die das Beiwort »Stadt« für ironische Übertreibung und die Bezeichnung »Flecken« als Mangel an Respekt ansehen möchten. — Theodor Fontane
Liebe Leserinnen und Leser,
bereits vor einigen Jahren erarbeiteten die LehrerInnen der Grundschule im Rosenpark ein Schulprogramm, an dessen Umsetzung seither kontinuierlich gearbeitet wurde und wird. Da auch unsere Schule stetigen Wandlungen unterliegt und sich an den neusten Entwicklungen orientieren möchte, weil sich gesetzliche Vorgaben verändert haben und nicht zuletzt auch um noch besser den Bedürfnissen unserer SchülerInnen gerecht zu werden, muss das bislang gültige Programm nun hinterfragt und modifiziert werden.
Viel hat sich in dieser Zeit getan:
- Für alle Fächer wurden schulinterne Lehrpläne erstellt
- Es liegen Ergebnisse aus Vergleichsarbeiten vor
- Es fand eine umfangreiche schulinterne Evaluation statt
- Erste Konzepte verdeutlichen unsere pädagogische Arbeit und sichern ein einheitliches Handeln
- Wir haben eine Bibliothek eingerichtet und mit dem Aufbau einer Lernwerkstatt begonnen.
- An unserer Schule hat eine eigene Sonderpädagogin ihre Tätigkeit aufgenommen
- Wir haben eine eigene Homepage erstellt.
- Höhepunkte an unserer Schule entwickeln sich zu Traditionen u.a.
An der Modifikation des Schulprogramms der Schule waren das gesamte Kollegium und Mitglieder der Schulkonferenz sowie interessierte Eltern beteiligt. Das Schulprogramm bedeutet die Konkretisierung des Bildungs- und Erziehungsauftrages im Hinblick auf die spezifischen Gegebenheiten unserer Schule und beschreibt eine fortschreitende Auseinandersetzung mit der hier stattfindenden pädagogischen Arbeit und möchte schulische Aktivitäten - mit Beteiligung der Eltern - transparenter machen und ist somit eine wichtige Grundlage für eine Evaluation unserer schulischen Arbeit. Wir hoffen, dass dieses Schulprogramm einen Einblick in die Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit gibt und unsere Auffassung, dass Schule nicht nur Unterrichtsstätte, sondern Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum für Werneuchener Kinder in ihren sozialen und kulturellen Unterschiedlichkeiten ist, deutlich macht.
1. Leitbild
Zusammenkommen ist ein Beginn.
Zusammenbleiben ein Fortschritt.
Zusammenarbeiten ein Erfolg.
— Henry Ford
Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen,
aber
ein paar Wegweiser können nicht schaden.
— Dean S. Buck
Wir fördern und fordern alle Schülerinnen und Schüler individuell nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten
- Wir LehrerInnen gehen von den individuellen Stärken der Schülerinnen und Schüler aus.
- Wir LehrerInnen bereiten die SchülerInnen auf ein selbständiges, verantwortungsbewusstes, gutes und erfülltes Leben vor.
- Wir LehrerInnen stärken die Schülerinnen und Schüler durch vielfältige kognitive, sozial-emotionale, gesundheitsfördernde und sportliche Angebote auf ihrem Lebensweg.
- Im Lern- und Lebensraum Schule begegnen wir an Schule Beteiligten uns mit mitmenschlicher Verantwortung.
- Wir LehrerInnen bauen und sichern die Grundlagen des Lernens (Kulturtechniken, insbesondere Lernmethoden und Arbeitstechniken) und unterstützen die SchülerInnen in ihrem Leistungsvermögen.
- Wir LehrerInnen schätzen Bewährtes und wagen Neues.
- Wir LehrerInnen setzen auf eine Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Bei unserer Arbeit setzen wir folgende Prämissen:
Die Grundschule im Rosenpark ist ein Ort, an dem Schülerinnen und Schüler ...
- in ihrer Individualität angenommen werden und sich gemäß ihrer Fähigkeiten entfalten können,
- Bewegungsangebote nutzen können und schwimmen lernen,
- individuelle Zuwendung erfahren,
- Möglichkeiten erhalten, mit Freude zu lernen,
- Zeit und Ruhe haben zu wachsen und respektvoll miteinander umzugehen,
- herausgefordert werden, miteinander und voneinander zu lernen,
- ihre Kreativität entfalten,
- einen Unterricht (Bildung und Erziehung) erfahren, der von ihren Stärken ausgeht.
Die Grundschule im Rosenpark ist ein Ort, an dem Lehrerinnen und Lehrer ...
- methodisch und fachwissenschaftlich gut aus- und fortgebildet sind und werden,
- zusammen mit Freude arbeiten,
- engagiert und freundlich mit allen Schulpartnern umgehen,
- Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler aufgreifen und in ihren Unterricht einbeziehen,
- offen sind für innovative Methoden und Gedanken,
- Zeit haben, sich auf die verschiedenen Möglichkeiten und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzulassen und deren Umwege gewinnbringend zu nutzen,
- nach ihren eigenen Fähigkeiten und Schwerpunkten arbeiten und möglichst so eingesetzt werden
- Bewährtes bewahren und weiterentwickeln, aber auch Neues wagen.
Die Grundschule im Rosenpark ist ein Ort, an dem Eltern ...
- das Schulleben mitgestalten und bereichern,
- engagiert und freundlich mit allen Schulpartnern umgehen,
- sich eingeladen fühlen, Schulaktivitäten zu unterstützen.
2. Unterricht
Die Entwicklung von Kopf und Herz muss miteinander gehen. Erst dann ist es uns erlaubt von wahrer Bildung zu reden. — Berta von Suttner
Um einen pädagogisch sinnvollen Wechsel von Lern-, Übungs- und Pausenzeiten zu sichern, den Tag regelmäßig und überschaubar zu gliedern, wird der Stundenplan unserer Schule folgendem Raster unterzogen:
- offener Frühbeginn - Einstiegsphase
- erster Unterrichtsblock (2 Stunden) - Lernphase
- Frühstücks- und erste Hofpause - Erholungsphase
- zweiter Unterrichtsblock (2 Stunden) - Lernphase
- Mittagspause - Erholungsphase
- dritter Unterrichtsblock (2 Stunden) - Lernphase
Zwischen den Stunden gibt es kein Klingelzeichen. Es läutet lediglich zur Frühstücks- und Mittagspause sowie zum Schulschluss.
An der Grundschule im Rosenpark ist eine morgendliche Gleitzeit von 30 Minuten eingerichtet, da der erste Schulbus bereits um 7:00 Uhr ankommt. SchülerInnen, die bereits jetzt die Schule aufsuchen können die verbleibende Zeit bis zum Unterrichtsbeginn nach ihren individuellen Wünschen (Musik hören, Spielen, Frühstücken, schulische Aufgaben erledigen, ...) gestalten. Ab 7:15 Uhr ist jede LehrerIn im Klassenraum, zu dieser Zeit trifft der größte Teil der Kinder ein.
Nach der zweiten Unterrichtsstunde, vor der ersten Hofpause nehmen die SchülerInnen in den Klassen gemeinsam ihr Frühstück ein. In der zweiten großen Pause bieten wir ein warmes Mittagessen an.
Lernen ist ein selbstbestimmter Prozess mit dem Ziel, die Welt zu verstehen und in ihr zu handeln. Lernen ist sozial bedeutsam, es erfolgt im und durch das Miteinander. Um das selbständige Lernen zu entwickeln beachten wir die sehr unterschiedlichen Erfahrungen der Kinder. Wir vermitteln fundiertes Wissen und anwendungsbereite Kompetenzen entsprechend unserer schulinternen Curricula und vorgegebener Bildungsstandards in einer auf die Individualität der Kinder und den Unterrichtsinhalt abgestimmten Balance zwischen offenen und strukturierteren Formen des Lernens wie:
- Morgenkreis
- offene Lernsituationen für individuelle Lernsequenzen mit Spielraum für Eigenverantwortung der SchülerInnen
- Partner-, Gruppen- und Stationsarbeit
- Freiarbeit ( Tages- und Wochenplan als Teil der Freiarbeit)
- Klassengespräch, Diskussionen
- Projektarbeit
- Vorträge, Präsentationen
- frontales Arbeiten mit gemeinsamen Ziel- und Handlungsvorgaben.
Guter Unterricht ist bei uns gekennzeichnet durch eine klare Struktur und Methodenvielfalt. Er ist praxisorientiert, lebensnah und spricht alle Sinne an. Die SchülerInnen stehen im Mittelpunkt. Die Lernprozesse unserer SchülerInnen unterstützen wir durch:
- eindeutige Aufgaben bzw. eine präzise Problemdarstellung
- eine verständnisvolle Lerndiagnose und schülerorientierte Hilfen
- eine disziplinierte Klassenführung und die gesicherte Nutzung der Lernzeit
- kooperative Lernformen
- Übertragung kleinerer Lehraufträge an Lernende
- adaptive Lernhilfen für alle SchülerInnen
An unserer Schule werden die Unterrichtszeiten möglichst in Blöcke gelegt, um offene Unterrichtsformen, differenziertes Arbeiten und Förderangebote zu ermöglichen, zu befördern und besser zu koordinieren.
Binnendifferenziertes Arbeiten steht an unserer Schule im Mittelpunkt. In den Klassenstufen 5 und 6 erfolgen Angebote zur Leistungs- und Neigungsdifferenzierung, um die SchülerInnen entsprechend ihren individuellen Leistungsmöglichkeiten optimal auf den Übergang in die Sekundarstufe I vorzubereiten.
Wesentlicher Bestandteil der Kompetenzentwicklung an der Grundschule ist die Ausbildung der Lesekompetenz. Deshalb ist sie zentraler Bestandteil unserer Unterrichtsarbeit in allen Fächern und bildet einen Profilschwerpunkt an der Grundschule im Rosenpark. Einzelheiten dazu sind im schulinternen Rahmenplan Deutsch festgelegt.
Großen Wert legen wir auf die Vermittlung elementarer Lern- und Arbeitstechniken, um das lebenslange Lernen unserer Schülerinnen zu befördern.
Um allen SchülerInnen unserer Schule gute Bildungschancen zu sichern wollen wir LehrerInnen an der Grundschule im Rosenpark als weiteren Baustein unseres Schulprofils eine ausgewogene Förderkultur entwickeln. Kinder mit Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) erhalten eine besondere Förderung. Die dazu vom Schulamt zur Verfügung gestellten Stunden werden durch die Vertretungsreserve ergänzt, so dass die Förderung in kleineren Gruppen erfolgen kann.
Auch Kinder mit besonderem Förderbedarf werden an unserer Schule unterrichtet und durch integrative Unterrichtsformen möglichst optimal gefördert. Dabei arbeiten wir eng mit Fachleuten der Förderschulen zusammen.
Unsere Schule ist behindertengerecht ausgebaut und somit auch für Kinder mit Körperbehinderungen geeignet.
Auch SchülerInnen mit besonderen Leistungen wollen wir fördern und Möglichkeiten bieten sich zu beweisen, wie z.B in Forderkursen, bei der Schulmatheolympiade, dem Känguru-Mathematikwettbewerb, dem Vorlesewettbewerb des Börsenvereins deutscher Buchhändler u.a. (? Förderkonzept).
Die von uns gesetzten Ziele lassen sich nur umsetzen, wenn der Unterrichtsausfall möglichst minimiert wird (? Vertretungskonzept)
Neben dem Unterricht stehen den SchülerInnen Arbeitsgemeinschaften zur Wahl. Diese liegen meist im sportlichen, künstlerischen und naturwissenschaftlichen Bereich und werden am Stundenplanende geplant. Die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften ist für alle SchülerInnen möglich, dann jedoch für ein Schulhalbjahr obligatorisch.
3. Werte und Werteerziehung
Ihr müsst die Menschen lieben, wenn ihr sie verändern wollt. Unser Einfluss reicht nur soweit wie unsere Liebe. — Johann Heinrich Pestalozzi
Grundsätze der gemeinsamen Arbeit an der Grundschule im Rosenpark sind :
Von der Würde
An der Grundschule im Rosenpark ist die Würde eines jeden Menschen zu achten.
Vom Lernen für das Leben
Nicht für die Schule, sondern für das Leben ist zu lernen, denn Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung der Persönlichkeit. Jeder ist mitverantwortlich für das Gelingen des Unterrichts. Das Lernen muss mit dem eigenen Kopf, den eigenen Händen, dem eigenen Herzen stattfinden.
Von der Verantwortung
Wer mitentscheiden will, muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Für eine erfolgreiche Arbeit braucht die Schule das Vertrauen und die Mitarbeit der SchülerInnen und der Eltern.
Vom Streiten miteinander
Das Leben und Lernen an der Schule entwickelt sich auch durch Kritik weiter. Wer kritisiert muss sich überlegen, wie die Kritik vorgebracht wird.
Vom eigenen Ich
Im Laufe der Grundschulzeit sollen sich SchülerInnen zu Menschen mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln, die auch andere Standpunkte verstehen und achten können.
Vom gemeinsamen Handeln
Wir bereiten gemeinsame Schul- und Sportfeste, Projekte, Fahrten, Versammlungen und andere Veranstaltungen vor. Auch an kleineren Aufgaben, die im alltäglichen Schulablauf zu erledigen sind, beteiligen sich alle.
Vom Lebensraum Schule
Jede Klasse gestaltet ihren Klassenraum so, dass das Lernen gefördert wird. Mit der Einrichtung wird sorgfältig umgegangen. Außenanlagen sind zu pflegen und ansprechend zu gestalten. Mit der Umwelt ist sorgsamer und bewusster umzugehen.
Im Mittelpunkt der Bildungs- und Erziehungsarbeit steht :
- die Erarbeitung von Klassenregeln und Erlernen des Umganges mit Konflikten, Gewaltvermeidung, Einhaltung der Schulordnung
- sozial-kommunikatives Lernen (Zuhören, Begründen, Argumentieren, Fragen, Diskutieren, Kooperieren, Interpretieren, Gespräche leiten, Ergebnisse präsentieren, ...)
- das Erlernen und Anwenden von Lernmethoden und Arbeitstechniken
- die Förderung praktischer und theoretischer Begabungen
- das regelmäßige Überprüfungen der Unterrichtsqualität durch Bewertung bzw. Beurteilung unter Einbeziehung von SchülerInnen, Eltern und Lehrkräften sowie durch Teilnahme und Analyse der Ergebnisse bei VERA und anderen Vergleichsarbeiten
- einheitliches pädagogisches Handeln im Kollegium, transparentes Verfahren bei Verstößen, Leistungsbewertung, Umsetzung von Konferenzbeschlüssen
- Umwelterziehung
Mülltrennung in den Klassenräumen und Schwerpunktsetzung z.B. im Sachkunde- und naturwissenschaftlichen Unterricht - Gesundheitserziehung
Projekte zur gesunden Ernährung, Projekte zur Suchtprävention - die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
In unserer Schule sollen Leistungen anerkannt, gefordert und gefördert werden. Der Wert eines Menschen ist aber weder von seinen Leistungen noch von seiner Anpassungsfähigkeit an festgeschriebene Werte und Normen oder seiner Weltanschauung abhängig. Wir erkennen den Wert eines Menschen um seiner selbst Willen.
Die Anerkennung eines jeden Menschen in seiner Eigenart, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfeleistung werden an unserer Schule gefördert. Gefühle (auch Wut und Ärger) und Konflikte akzeptieren wir. Wir lernen mit ihnen tolerant umzugehen. Die Schule trainiert im Rahmen des Unterrichts (Sachunterricht, Deutsch und L-E-R) gewaltfreie Wege der Konfliktbewältigung. Gemeinsame Formen mitmenschlichen Handelns erfahren wir im täglichen Miteinander durch respektvollen Umgang miteinander, durch Hilfsbereitschaft und aktive Hilfe.
4. Gestaltung
Menschen leben in Räumen und sie denken in Räumen; sie werden durch Räume zutiefst beeinflusst und sie gestalten Räume. Raum ist also eine unhintergehbare Bedingung aller menschlichen Existenz, also allen Aufwachsens. Gerold Becker
1) Der Klassenraum
Der Klassenraum sollte das unverwechselbare Bild einer Klasse zeigen. Um sich wohlzufühlen, sind eine altersgerechte Gestaltung und die Pflege ein Muss. Jede Klasse sollte ihre eigenen Ideen verwirklichen, Ergebnisse ihres Lernens und ihrer Projekte zeigen und spezielle Interessen sichtbar machen. Wenn SchülerInnen ihren Klassenraum selbst gestalten erwarten sie, dass ihre Arbeit nicht zerstört wird. Gleichzeitig werden sie die mühevolle Arbeit anderer respektieren. Ordnung und Sauberkeit gehören selbstverständlich dazu. Jegliches Eigentum ist zu achten. Den Klassenraum in eine lebendige Lernlandschaft umzuwandeln ist eine Herausforderung für jede Klasse. Jeder Klassenraum muss an die Bedürfnisse der einzelnen Klasse angepasst werden. So sollten möglichst Regale mit Materialkästen, Freiarbeitsmaterialien, Stehordnern, Ablagemöglichkeiten für jeden Schüler u.ä. eingerichtet werden. Um die Klassen am Schuljahresanfang bei der Gestaltung ihres Klassenraumes zu unterstützen, planen wir am ersten Schultag ausreichend Zeit zur Umsetzung der Ideen ein.
2) Das Schulgebäude
Die Gestaltung der Fachräume, der Flure, des Treppenhauses ist unsere gemeinsame Aufgabe. In diesen Bereichen möchten wir unseren Alltag an der Grundschule im Rosenpark darstellen. Sie sollen uns und unsere Besucher informieren und ein lebendiges, handlungsorientiertes Lernen ermöglichen. Diese Prozesse müssen mit dem ersten Schultag eingeleitet und kontinuierlich fortgeführt werden. Oben genannte Räume werden von allen genutzt, deshalb müssen immer wieder fächer- und jahrgangsübergreifende Gestaltungsinitiativen organisiert werden. Diese Aufgaben liegen schwerpunktmäßig in den Fachbereichen.
3) Das Schulgelände
Um der Schule ein unverwechselbares Bild zu geben und um Möglichkeiten der Regeneration zu schaffen, wollen wir unser Umfeld möglichst grün und ansehnlich gestalten. Den Schwerpunkt bildet dabei die Gestaltung des Schulparks und des Lehrgartens. Hier sind bereits Wege und Sitzflächen angelegt. Der Teich wird von der AG Natur gestaltet und gepflegt; Nistkästen wurden im W-A-T Unterricht angefertigt und angebracht, Futterhäuschen aufgestellt.
Zur weiteren Gestaltung des Schulgeländes planen wir :
- Einrichtung eines Lebensraumes für Spinnen, Käfer, Eidechsen in Form eines Steinhaufens
- Bau eines Rundhauses aus lebenden Pflanzen ( Weiden, Efeu, wilder Wein ) unter Mitarbeit von Eltern und SchülerInnen
- Anlegen eines Tastgartens
- Beschilderung der Pflanzen
Zur Pflege unseres Schulgeländes erhält jede Klasse ein Pflegeobjekt. Jährlich im April führen die Klassen 3 bis 6 einen Frühjahrsputz durch. Schülerinnen und Schüler haben ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung, nach Laufen und Spielen, nach Klettern und Verstecken. Wir wollen in unserer Schule diesem Bedürfnis durch Schaffung und Erhaltung von Aktivzonen (Fußball- und Rasenplatz, Basketballkorb, Tischtennisplatte auf dem Hof, Klettermöglichkeiten, Büsche zum Verstecken) sowie vielfältigen sportlichen Angeboten entsprechen. Die pädagogischen Gründe liegen u.a. in der Förderung des Sozialverhaltens und dem Abbau von Aggressivität sowie dem Erhalt der Gesundheit. Zudem wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern eine erlebte Alternative zu Computerspielen oder Fernsehen bieten. Diesem Ziel dient auch die Ausgabe von Sport- und Spielgeräten während der Hofpausen. Hier sind wir auf die Unterstützung außerschulischer Partner angewiesen.
5. Team
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allgemein Schaf sein. — Albert Einstein
1) Die Schulgemeinschaft
Teamarbeit ist in den Mittelpunkt unserer Arbeit gerückt. Sie kann nur gelingen, wenn sich die an der Schule Lernenden und Lehrenden, die Schulleitungsmitglieder sowie die Eltern gemeinsam in diesen Prozess einbringen. Die Wirksamkeit des Schulteams ist Ausdruck der Ergebnisse unserer Arbeit. Um den Eltern die Möglichkeit zu geben engen Kontakt zur Schule zu halten und sich über die Ergebnisse ihrer Kinder zu informieren bieten wir 4 Elternsprechtage an, an denen alle Lehrkräfte der Schule gesprächsbereit sind.
2) Der Klassenverband
Der Klassenverband besteht aus den SchülerInnen und der KlassenleiterIn. Wenn im 1. Schuljahr SchülerInnen aus den verschiedenen vorschulischen Einrichtungen zu einer Klassengemeinschaft zusammenwachsen sollen, dann bedarf die Sozialstruktur der neu entstandenen Klasse besonderer Aufmerksamkeit. Die Klassenaufteilung erfolgt nach pädagogischen Gesichtspunkten.
Um die Integration der neuen SchülerInnen zu befördern, wird die erste Schulwoche ganz besonders gestaltet. Dieses Eingangsprogramm soll dazu beitragen, SchülerInnen den Übergang in die Primarstufe zu erleichtern, sich gut kennen zu lernen, Vertrauen zueinander zu entwickeln, den Gruppenprozess bewusster registrieren und steuern zu können und vor allem, Regeln für das gemeinsame Arbeiten aufzustellen. Die Identifikation der SchülerInnen mit ihrer Klasse und die Verantwortung für ihre Schule ist als Prozess von den KlassenleiterInnen zu organisieren. Dies setzt die Koordination im Jahrgangsteam und den in der Klasse unterrichtenden FachlehrerInnen voraus. Zur Unterstützung wird das Klassenraumprinzip durchgesetzt.
Der Klassenraum und sein Umfeld sollte für das gemeinsame Lernen und Zusammenleben in Klein- oder Großgruppen funktional erschlossen und ästhetisch gestaltet werden. ElternvertreterInnen und SchülervertreterInnen fördern das Zusammenwachsen der Klasse zu einem Team und die Gestaltung des Klassenraumes als Teambereich.
Nur die gleichberechtigte Beteiligung aller SchülerInnen der Klasse gewährleistet die Entstehung einer Teamidentität. Dieser Prozess setzt sich bis zum Abschluss der Grundschulzeit fort.
3) Das Jahrgangsteam
Die Klassen eines Jahrganges und ihre KlassenleiterInnen bilden ein Team und bleiben vom 1. bis zum 3. Schuljahr sowie vom 4. bis 6. Schuljahr möglichst konstant.
Im 1. Schuljahr holen wir unsere SchülerInnen dort ab, wo sie in ihrer Entwicklung stehen. Dabei kooperieren die neuen KlassenleiterInnen mit den abgebenden Vorschuleinrichtungen. Es ist Aufgabe jedes Einzelnen im Lehrerteam, diesen Prozess zu fördern, zu koordinieren und zu stabilisieren. Die dabei auftretenden unterschiedlichen Gewichtungen und Ausrichtungen auf personen- und fachspezifische Schwerpunkte bereichern diesen Prozess und geben jedem Team sein unverwechselbares Gepräge.
Zur Optimierung der pädagogischen Arbeit in den Jahrgangsteams werden regelmäßig Absprachen zur Unterrichtsarbeit und zur Planung gemeinsamer Höhepunkte getroffen. Unabdingbar ist die enge Zusammenarbeit zwischen KlassenlehrerIn und FörderlehrerIn. Die KlassenleiterInnen koordinieren die Arbeit im Jahrgangsteam und halten die Verbindung zu den anderen Jahrgangsteams und zur Schulleitung. Zu Schuljahresbeginn stellt jedes Jahrgangsteam einen Jahresarbeitsplan auf.
Jedes Jahrgangsteam gestaltet seinen Teambereich in räumlicher, sozialer und kultureller Hinsicht selbst. Eine Erziehung zur Verantwortung, Gestaltungsinitiative und sozialem Lernen ist ein langwieriger Prozess, der Zeit, Raum und Möglichkeiten, fordernde Anleitung aber auch Geduld und Toleranz von allen Teammitgliedern abverlangt.
4) Das Lehrerkollegium
Zentrale Aufgabe unseres Lehrerkollegiums ist es, Klarheit und Konsens über die eigenen Ziele im Rahmen der Gesamtorganisation zu erreichen. Um die Gruppenvorteile der Teamarbeit tatsächlich zu nutzen, benötigen wir ein klares Ziel, eine Aufgaben- und Rollenverteilung, interne Kommunikation, Leitung, Autonomie sowie Rahmensetzung, Unterstützung und Erfolgskontrolle. Durch die enge Zusammenarbeit der Schulleitung mit dem Kollegium und dem LehrerInnenrat sowie die Bildung schulinterner Arbeitsgruppen wird eine breitere Aufgabenverteilung und Verantwortlichkeit sowie noch mehr Transparenz erreicht.
6. Öffnung nach außen
Probleme kann man niemals mit der selben Denkweise lösen.,
durch die sie entstanden sind.
— Albert Einstein
1) Der Unterricht
Wir LehrerInnen nehmen Verbindung zu Experten, VertreterInnen außerschulischer Einrichtungen und Eltern auf und laden sie direkt in die Schule ein oder wechseln den Lernort. Die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit aus erster Hand fordert und fördert Selbständigkeit, Sachverstand, Fachwissen und Kooperationsfähigkeit. Schulisches Lernen wird dadurch nicht nur ergänzt, sondern auch zur Voraussetzung. Es eröffnet neue Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten.
2) Das Schulleben
Weil Schule mehr als die Summe von Fachunterricht ist und entscheidend Lebensqualität, Perspektiven und Lebenssinn mitprägt, wollen wir LehrerInnen mehr Mitteilungs-, Mitgestaltungs- und Mitverantwortungsmöglichkeiten im Schulalltag anbieten. In der Grundschule im Rosenpark soll die Chance bestehen, dass Eltern, Lehrer, Kinder sowie andere Partner verschiedener Herkunft, unterschiedlichen Alters und Auffassungen miteinander in wechselnden Formen kooperieren können. So fördern wir gemeinsame Erfahrungen und lernen dadurch einander besser zu verstehen. Um die Eltern stärker an die Schule zu binden und sie gleichzeitig mit den Möglichkeiten der Grundschule vertraut zu machen, beziehen wir sie in verschiedene Vorhaben im Laufe des Schuljahres ein. Wir legen bewusst Wert auf die Ausbildung von Traditionen an unserer Schule.
3) Schule als Begegnungsstätte
Der Erfolg unserer Öffnungsbestrebungen ist abhängig vom Wollen unseres schulischen Umfeldes und dem Interesse unserer außerschulischen Partner an der Qualitätsverbesserung von Schule. Eine sich öffnende Grundschule im Rosenpark bietet den außerschulischen Einrichtungen eine Fülle von verschiedenen Kontaktmöglichkeiten :
- Polizeiposten Werneuchen ==> Geschwindigkeitsmessung (Physik)
- Musikschule Fröhlich ==> Musikunterricht
- ärztliche Gesellschaft zur ==> Aufklärung
Gesundheitsförderung der Frau e.V. - Kommunalpolitiker ==> Politikunterricht
- Kreisbibliothek ==> Schriftstellerlesungen
- Kreisverkehrswacht ==> Verkehrsschulung
- Barnimer Busgesellschaft ==> Busschule
- Milchwirtschaft ==> gesunde Ernährung
- Stadt Werneuchen ==> Heimatgeschichte u.v.m.
Für die Öffnung von Schule sind Voraussetzungen zu schaffen. Hier hat der Schulträger die Pflicht, seiner Verantwortung nachzukommen. Der Schulförderverein der Grundschule im Rosenpark e.V. ist eine weitere wichtige Möglichkeit, die Öffnungsbestrebungen unserer Schule zu realisieren. Die Mitglieder des Vereins unterstützen personell und finanziell die Durchführung der unterschiedlichsten Projekte innerhalb und außerhalb des Unterrichts durch enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vereinen und Institutionen im Territorium. Die gezielte Gewinnung von Mitgliedern und Sponsoren schafft eine weitere Möglichkeit zur finanziellen und materiellen Absicherung unserer Vorhaben.
7. Kooperation
Gehe ich vor dir, dann weiß ich nicht, ob ich dich auf den richtigen Weg bringe. Gehst du vor mir, dann weiß ich nicht, ob du mich auf den richtigen Weg bringst. Gehe ich neben dir, werden wir gemeinsam den richtigen Weg finden. — Afrikanisches Sprichwort
Es gehört zu den Kernaufgaben im Rahmen eines erweiterten Bildungsverständnisses, sich mit den anderen Bildungseinrichtungen der Region zu vernetzen:
Hort
Nicht nur die räumliche Nähe und die gemeinsame Nutzung des Geländes, vielmehr das ganzheitliche Bildungsverständnis machen eine enge Kooperation mit dem Hort zwingend notwendig. Gemeinsame Absprachen unter den Kolleginnen, eine noch engere Abstimmung der Leitungen, die Möglichkeit der Mitarbeit des Hortes in schulischen Konzeptgruppen und das Angebot regelmäßiger gemeinsamer Gesamtkonferenzen sollen die Zusammenarbeit weiter voranbringen.
Kindergärten
Innerhalb des vorschulischen Angebots stellen die LehrerInnen den Kontakt zu den Schulanfängern her und laden zu Kennenlerntagen und Schnupperstunden ein. Gegenseitige Hospitationen und Erfahrungsaustausche der PädagogInnen ermöglichen den Kindern einen guten Start und Übergang in die Schule. Ziel der Zusammenarbeit soll es sein, mit den Kindergärten der Region Kooperationsverträge abzuschließen.
weiterführende Schulen
Besonders die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Europaschule Werneuchen soll weiter befördert werden. Die Nutzung von Ganztagsangeboten durch Schülerinnen unserer 5. und 6. Klassen, gemeinsame Fortbildungen und Fachbereichskonferenzen der Kollegien sowie die Gestaltung gemeinsamer Höhepunkte dienen diesem Ziel. Aber auch anderen Schulen des Einzugsbereichs geben wir die Möglichkeit, sich bei den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern vorzustellen.
Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
Verstärkt wollen wir die Chancen der Zusammenarbeit mit der Jugendbildungsstätte nutzen und die punktuelle Kooperation auf eine breitere Basis stellen. Schwerpunkte können dabei gemeinsame Projekte mit den Themenschwerpunkten der politischen Bildung wie z.B. Konfliktbewältigung, Lebens- und Berufsorientierung, Kommunikationstraining, Antirassismus- und Gewalttraining, Rollenfindung, Sucht und Sehnsüchte, grenzloses Europa, Partizipation und Mitbestimmung sein. Als Formen der Zusammenarbeit kommen mehrtägige Trainings, die in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein durchgeführt werden, aber auch vor- oder nachbereitende Projektstunden an unserer Schule sowie unterrichtsergänzende Projekte während spezieller schulischer Projektwochen in Betracht. Um eine kontinuierliche Weiterarbeit mit den Kindern zu gewährleisten sollen darüber hinaus LehrerInnenfortbildungen organisiert und thematische Qualifizierungen oder Handreichungen erstellt werden. Durch eine langfristige Kooperation können eine Verknüpfung zwischen formaler und nichtformaler Bildung möglich gemacht und Synergieeffekte genutzt werden.
8. Evaluation
Besser ist es, ein Licht anzuzünden,
als auf die Dunkelheit zu schimpfen.
— Sprichwort aus China
Die Verbesserung der Schulqualität bedarf der stetigen Kontrolle und der Neuorientierung, die durch eine entwicklungsorientierte Evaluation gewährleistet werden soll. Im stetigen Kreislauf von Planung, Durchführung, Reflexion und Weiterentwicklung erheben wir Daten:
- Überblick zu den Schülerzahlen
- Erfassung der Wiederholer
- Überblick zum Unterrichtsausfall und zu den Vertretungen
- individuelle Lernstandsanalysen (ILeA) in den Klassen 1, 3 und 5
- Auswertung der Vergleichsarbeiten (VERA) in der 3. Klasse
- Auswertung der Zentralen Vergleichsarbeiten (ZVA) in der 6. Klasse
- Ausgabe von Schülerfragebögen
- Ausgabe von Elternfragebögen
- Ausgabe von Lehrerfragebögen
In der Schulkonferenz werden die Schwerpunkte der Evaluation festgelegt. Die Ergebnisse der Datenerhebungen werden mit den SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in den Konferenzen und Gremien ausgewertet und allen Beteiligten auf geeignete Weise zugänglich gemacht. Mit den Erkenntnissen und Ergebnissen der Evaluation unserer Arbeit wird dieses Schulprogramm jährlich ausgewertet und regelmäßig novelliert.
